MANNHEIMER NACHWUCHSFORSCHENDE IM BA-WÜ-ELITEPROGRAMM
Der Psychologe Dr. Martin Schnuerch (vgl. Foto oben) untersucht in seinem Forschungsprojekt „When Repetition Creates Truth: Experimental Analysis of Individual Differences in a Pervasive Judgment Bias“ (deutsch: Wenn Wiederholung Wahrheit schafft: Experimentelle Analyse individueller Unterschiede in einer weit verbreiteten Urteilsverzerrung) den sogenannten Truth-Effekt: Dieser beschreibt das Phänomen, dass Menschen oft wiederholten Informationen eher Glauben schenken, selbst wenn diese nachweisbar falsch sind. Mithilfe von Experimenten und statistischer Modellierung analysiert Schnuerch, wie und weshalb sich Menschen in Bezug auf diesen Effekt unterscheiden. Hieraus lassen sich Strategien zur Vermeidung von Urteilsverzerrung schaffen, um beispielsweise die Verbreitung von Falschinformationen zu bekämpfen. Seit 2020 arbeitet der Postdoktorand als akademischer Mitarbeiter im Fachbereich Psychologie der Universität Mannheim.
Der Wirtschaftshistoriker Dr. Alex Spike Gibbs führt im Rahmen seines Projekts „Political, Economic and Social Networks in the Late Medieval Village“ (deutsch: Politische, wirtschaftliche und soziale Netzwerke im spätmittelalterlichen Dorf) mithilfe von spätmittelalterlichen Gerichtsdokumenten eine soziale Netzwerkanalyse durch. Dadurch möchte er Erkenntnisse über den gesellschaftlichen Status von Einzelpersonen und deren Interaktion untereinander gewinnen und herausfinden, wie Ungleichheit in vergangenen und zeitgenössischen Gemeinschaften entsteht. Gibbs ist seit Januar 2022 Juniorprofessor für Wirtschaftsgeschichte des Mittelalters an der Universität Mannheim.
Dr. Alex Spike Gibbs
Die Literatur- und Medienwissenschaftlerin Dr. Daniela Kuschel betrachtet in ihrer Arbeit mit dem Titel „Gelähmte Körper und eingeschränkte Bewegungsapparate – eine diachrone Perspektive auf Im/mobilität in der französischen Literatur“, wie körperliche Lähmung in französischer Literatur und in französischsprachigen Medien thematisiert und dargestellt wird. Neben Literatur des 20. Jahrhunderts untersucht sie auch Gegenwartsliteratur und moderne Medien wie Filme, Comics und Spiele, um zu analysieren, wie sich Darstellungsweisen von körperlicher Behinderung fortsetzen, verändern oder neu entstehen. Seit 2014 arbeitet Kuschel als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Romanische Literatur- und Medienwissenschaft an der Universität Mannheim. Das geförderte Projekt schließt an ihre Forschung an der Sorbonne Université in Paris und der Universität Passau an, für die sie in den vergangenen eineinhalb Jahren im Rahmen des Walter-Benjamin-Programms der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert wurde.
Foto Dr. Martin Schnuerch: Daniela Haupt
Foto Dr. Alex Spike Gibbs: LSE
Textquelle: Uni Mannheim