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PREEMO IST JETZT JOE MOLESE

2021 hat der Heidelberger Gastronom Marco Panzini das Restaurant „Preemo“ in der Neckarstadt-West eröffnet – spezialisiert auf apulische Pasta und deutsche Weine in einem urbanen Ambiente. Inzwischen hat der Unternehmer Preemo zum Burger-Restaurant Joe Molese verwandelt. Ein Gespräch über gastronomische Flexibilität in unruhigen Zeiten.

Marco, statt Pasta serviert Ihr jetzt Burger in der Neckarstadt-West. Warum?

Ich verrate es dir: Weil ich die Reißleine gezogen habe, im allerletzten Moment! Hoffentlich noch rechtzeitig, aber das wird sich erst in diesem Herbst herausstellen.

Letztes Jahr haben wir hier über „Preemo“ berichtet, das Restaurant war in aller Munde und Du warst guter Dinge. Was genau ist dann passiert?

Vielleicht habe ich meine Idee überschätzt, vielleicht war ich auch nur zu früh am richtigen Ort. Was wir auf die Beine gestellt haben, war ja schon außergewöhnlich. Traditionell-apulische Gerichte, die Du in Deutschland so nie auf einer Speisekarte findest, dazu innovative Fusion-Pasta mit asiatischen oder arabischen Elementen.

„Mich hat es gereizt, in Mannheim ein Lokal zu eröffnen, dessen Publikum genau so bunt ist wie die Bewohner der Neckarstadt-West.“

Marco Panzini

Ein interessantes Konzept – das sich aber nicht allen erschließt?

So einfach ist die Wahrheit manchmal. Klar schmeichelt es Dir, wenn Du das Falstaff-Magazin aufschlägst und dein Streetfood-Laden im gleichen Atemzug mit einem Mannheimer Sternerestaurant genannt wird. Die Pacht zahlt Dir das aber nicht. Um ein komplexes Konzept umzusetzen brauchst Du einen langen Atem. Angesichts von Corona und den strengen 2G-Regeln in Baden-Württemberg bin ich dann jedoch kurzatmig geworden. Noch vor Weihnachten 2021 habe ich schweren Herzens alle heimgeschickt und das Preemo dicht gemacht. Im Frühjahr gab es dann die Wiederauferstehung als „Joe Molese“.

Corona war also auch ein Grund für den Systemwechsel?

Auf jeden Fall, aber nicht nur. In Heidelberg betreibe ich seit 10 Jahren das „Joe Molese“, einen Burger-Laden mit Kultcharakter und einer großen Zahl treuer Stammgäste. Es ist ein Restaurant, in dem sich Touristen, Altstädter und Zugezogene gleichermaßen wohl fühlen. Für dieses Konzept habe ich mich dann auch hier in Mannheim entschieden.

Wie ist die Resonanz?

Tatsächlich wird das neue Konzept sehr gut angenommen. Viele Mannheimer kennen meine Marke Joe Molese ja schon aus Heidelberg. Hamburger, Fritten und Limo – das versteht jeder, und am Interieur mussten wir fast nichts verändern. Die Leute lieben vor allem auch unseren coolen Hinterhof mit den Graffiti-Wänden.

Du blickst in Mannheim jetzt also positiv in die Zukunft.

Ja, denn ich denke, dass Joe Molese sehr gut in die Mannheimer Neckarstadt passt. Rückblickend habe ich eine Abkürzung hin zum eigentlichen Ziel genommen: Mich hat es gereizt, in Mannheim ein Lokal zu eröffnen, dessen Publikum genau so bunt ist wie die Bewohner der Neckarstadt-West. Hier gibt es viele unterschiedliche Szenen, die alle ihre eigenen Lieblingsorte haben. Die StudentInnen und Studenten sitzen gerne in den Cafés, die Volksbad-Kreativen treffen sich am Kiosk am Neumarkt oder am Alter, die Rocker trinken Bier in ihren Kneipen, für die vielen unterschiedlichen Nationalitäten gibt es eigene Treffpunkte und so weiter… Und was passiert in unserem Hinterhof? Da sitzen sie jetzt alle friedlich zusammen, genießen Hamburger, hören Hip-Hop und Rap – und fühlen sich wohl in der Nachbarschaft.

Mehr Infos auf Insta: https://www.instagram.com/joe_molese_169/

Interview: Andreas Stanita / LA.MAG

Fotos: Joe Molese, Sebastian Weindel

Foodfotos: Adler Medien