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INNOVATIONEN MADE IN MANNHEIM

 

Mannheim ist eine Erfinderstadt und ein urbaner Raum zur Gestaltung der Zukunft. Hier findest Du einen Überblick über Innovationen und Erfolgsgeschichten Mannheimer Unternehmen, die nachhaltig einen Mehrwert für Gesellschaft, Wirtschaft und Technik bieten.

IN MANNHEIM WERDEN ROBOTER ZU KOLLEGEN

Wie sieht die Montage in der Fabrik der Zukunft aus? ABB Deutschland mit Hauptsitz in Mannheim liefert die Antwort: 2015 stellte das Unternehmen mit YuMi® den weltweit ersten kollaborativen Zweiarm-Roboter vor. Damit betritt ABB eine neue Ära der industriellen Automatisierung.

Das Besondere: Dank YuMi® arbeiten Menschen und Roboter Seite an Seite – erstmals ohne Schutzzäune. Ob bei Computern, Mobiltelefonen, Digitalkameras, Uhren oder Spielzeug – der fleißige Helfer kommt überall dort zum Einsatz, wo es um die präzise Montage von Kleinteilen geht. Während der Mensch den Überblick über die gesamte Produktion behält und die einzelnen Schritte überwacht, übernimmt der Roboter monotone, schwere und gesundheitsgefährdende Aufgaben. Der Mensch wird so entlastet und die Atmosphäre am Arbeitsplatz verbessert. YuMi® ist integriert im ABB-Konzept „Internet der Dinge, Dienstleistungen und Menschen“ zur nachhaltigen Steigerung der Produktivität.

Der innovative Monteur wurde auf der China International Robot Show (CIROS) in Shanghai als bester Industrieroboter 2016 prämiert und gewann den renommierten Innovationspreis „Invention and Entrepreneurship Award in Robotics and Automation“ (IERA).

IN MANNHEIM MACHEN ROHRE DIE BIEGE

Auf das Biegen von Rohren kommt es bei der Herstellung von Hochdruck-Rohrsystemen an. Ob in Kraftwerken oder Chemieanlagen – gigantische Labyrinthe aus Rohrleitungen schlängeln sich durch Industrieanlagen, damit Flüssigkeiten, Gase oder Dampf den richtigen Weg finden. Bilfinger, mit Hauptsitz in Mannheim beheimatet, nutzt für die Herstellung solcher Rohrsysteme eine Biegemaschine. Mit ihr lassen sich durch induktives Erhitzen Rohre bis zu einem Außendurchmesser von 870 mm und einer Wanddicke bis zu 120 mm biegen. Diese Technologie wurde durch eigene Entwicklungen perfektioniert.

Und so funktioniert es: Das Rohr wird in einer schmalen Zone von außen induktiv erhitzt und dann auf den eingestellten Biegeradius verformt. So können Rohrleitungen aus unterschiedlichen Materialien wie Stahl oder hochlegierten Werkstoffen passgenau gebogen werden. Eine Besonderheit von Bilfinger ist das dreidimensionale Biegen, bei dem mehrere Biegungen hintereinander möglich sind. Aufwändige Schweißnähte werden vermieden. Bilfinger liefert und montiert solche Rohrsysteme aus einem Guss.

Die Induktivbiegemaschine ermöglicht die Herstellung von Rohrsystemen, die in der neuen Generation überkritischer konventioneller Kraftwerke Anwendung finden. Sie arbeiten mit Dampftemperaturen bis zu 620°C bei 290 bar Überdruck. Dies führt zu einem optimierten Wirkungsgrad von 45 Prozent bei gleichzeitiger Reduzierung der CO2-Emissionen um 25 Prozent. Ein Beispiel dafür ist der neue Block 9 im Großkraftwerk Mannheim.

IN MANNHEIM WIRD DIE WELT BEWEGT

Ein Bus, der selbstständig Haltestellen zentimetergenau anfährt, für Fußgänger eigenständig bremst und mit den Ampeln kommuniziert? Was lange als Zukunftsmusik galt, feierte im Juli seine Weltpremiere in Amsterdam. Mit dem Mercedes-Benz Future Bus mit CityPilot entwickelte die EvoBus GmbH* den ersten Stadtbus, der teilautonom fahren kann. Die Vorteile: Mehr Sicherheit, höhere Effizienz und ein besserer Fahrkomfort. Dies gelingt durch ein umfangreiches Radarsystem, eine Vielzahl von Kameras, Sensoren und GPS sowie der intelligenten Vernetzung dieser Komponenten. Der Future Bus eignet sich damit bestens für den Einsatz auf sogenannten Bus Rapid Transit-Linien (separate Busspuren im Straßenverkehr). Mit dem zukunftsweisenden Design und integrierten Infotainment-Systemen zeigt der Future Bus, wie der Stadtbus der Zukunft aussehen wird.

Das Herz eines jeden Busses und Lkws ist bekanntlich sein Motor. Effizienz, Umweltfreundlichkeit und ein geringer Kraftstoffverbrauch sind hierbei das A und O. Bereits im Frühjahr 2011 präsentierte das Mercedes-Benz Werk Mannheim** eine völlig neue Motorengeneration und erfüllte damit – ein Jahr früher als gesetzlich erforderlich – die Euro 6-Abgasnorm. Durch die stetigen Weiterentwicklungen der Motoren gelang den Mannheimern die Quadratur des Kreises: Der Verbrauch wurde weiter gesenkt und die Leistung gleichzeitig erhöht. Die jüngste Motorengeneration ist seit Februar 2016 sogar auf Biodieselkraftstoff*** ausgelegt und zudem als Gasmotor erhältlich. Dieser leistet so viel wie ein Dieselmotor – bei außergewöhnlich niedrigen Geräusch- und Abgasemissionen. Die Motoren können in jedem Nutzfahrzeug eingesetzt werden und bewegen Güter und Menschen auf der ganzen Welt.

* Eine Tochtergesellschaft der Daimler AG

** Ein Werk der Daimler AG

*** Freigabe für Mercedes-Benz Motoren OM 934, OM 936, OM 470 und OM 471 für HVO (Hydrotreated Vegetable Oil), BtL (Biomass to Liquid), GtL (Gas to Liquid) und CtL (Coal to Liquid) nach der Norm prEN 15940.

IN MANNHEIM KOMMT WÄRME AUS DER THERMOSKANNE

Wer in Mannheim heizen, heiß duschen oder spülen möchte, nutzt am besten Fernwärme. Denn unter der Stadt verläuft seit Mitte der 1960er Jahre eines der größten und leistungsfähigsten Fernwärmenetze Europas.

Als Vorreiter auf diesem Gebiet verfügt die MVV Energie AG damit über eines der am besten ausgebauten Netze in Deutschland und ist Vorbild für andere Städte. Rund 120.000 Haushalte und Unternehmen werden so über das regionale Fernwärmenetz versorgt – nicht nur in der Quadratestadt, sondern bis nach Heidelberg, Schwetzingen und Speyer.

Rohre mit einer Länge von 583 Kilometern leiten das bis zu 130 Grad heiße Wasser direkt zum Haushalt. Ein eigener Heizungskeller und Kessel ist somit nicht mehr nötig, auch über Wartung und die Lieferung von Brennstoffen müssen sich Verbraucher keine Gedanken machen. Die Nutzung der hocheffizienten Kraft-Wärme-Kopplung vermeidet zudem den Ausstoß von bis zu 300.000 Tonnen CO2 pro Jahr. In Industrie, Handel und Gewerbe wird Fernwärme sogar in umweltschonenden Kühlsystemen eingesetzt.

Gerade in Ballungsräumen gilt Fernwärme als Energieversorgung der Zukunft. Und MVV Energie hat sie kontinuierlich noch leistungsfähiger gemacht: Das reicht vom bahnbrechenden Einsatz von Kunststoffmantelrohren in Verbindung mit einer neuartigen Verlegetechnik über die dezentrale Wärme-Übergabestation „Taurus“ für zuhause bis hin zum 2013 in Betrieb genommenen Fernwärmespeicher – einer gigantischen Thermoskanne, die Wärme speichert und die Versorgungssicherheit weiter erhöht.

IN MANNHEIM WURDE ZUCKER FÜR ALLE MESSBAR

Ein kleiner Stich, einen Tropfen Blut auf den Teststreifen geben und das Gerät zeigt den aktuellen Blutzuckerspiegel an. Was heute zum Alltag für viele Menschen mit Diabetes gehört, machte Roche (damals Boehringer Mannheim) möglich: 1983 brachte das Unternehmen das erste Blutzuckermessgerät für zu Hause auf den Markt und revolutionierte damit die Diabetesbehandlung: es erspart den Patienten den Weg in die Arztpraxis.

Heute sind die Blutzuckermessgeräte von Roche Diabetes Care schneller und leistungsfähiger als je zuvor: Mit dem Blutzuckermesssystem Accu-Chek® Mobile entwickelte Roche 2009 ein System, das Blutzuckermessgerät, Stechhilfe und 50 Tests in einem vereint. Damit haben Diabetiker alles sofort zur Hand, was sie zum Messen brauchen – zu Hause und unterwegs.

Und die aktuellen Geräte können noch viel mehr: Seit 2014 können Blutzuckerwerte vom Blutzuckermessgerät Accu-Chek® Aviva Connect automatisch an eine App auf dem Smartphone geschickt und auf ein Online–Portal übertragen werden. So sind Patienten mit ihrem Diabetesteam besser vernetzt und besser versorgt.

Interessierte können sich darüber hinaus in der Community #meinbuntesleben online vernetzen und ihre Erlebnisse und Erfahrungen mit Diabetes im Alltag teilen. Auch damit nimmt Roche Diabetes Care Deutschland eine Vorreiterrolle im Angebot für Menschen mit Diabetes, ihre Angehörigen, Ärzte und Diabetesberater ein.

Mit ihren Innovationen verfolgen die Mannheimer weltweit eine Vision: bis 2025 Menschen mit Diabetes noch stärker zu helfen und zu entlasten, sodass sie weniger über ihre tägliche Routine nachdenken müssen.