Aus Bestand Zukunft machen
Laura Kuch, Junior-Bauleiterin, kam für den Job nach Mannheim und berichtet über das Ankommen und die Arbeit bei Diringer & Scheidel
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Wir treffen Laura auf dem Patrick-Henry-Village in Heidelberg. Zwischen Baucontainern und frisch fertiggestellten Wohnungen zeigt uns die Junior-Bauleiterin von Diringer & Scheidel ein Projekt, das beispielhaft für die Zukunft des Bauens steht: sanieren statt abreißen. Die beiden ehemaligen Wohngebäude stammen noch aus der Zeit der einst dort stationierten US-Armee und wurden umfangreich modernisiert. Seit Oktober 2026 sind die Wohnungen bezugsfertig.
Lina Kaluza
Du bist 2024 für den Job nach Mannheim gezogen. Wie war denn dein Gefühl beim Ankommen und wie ist dein Gefühl jetzt?
Laura Kuch
Am Anfang war es tatsächlich sehr spannend, ob ich mich wohlfühlen werde. Ich war noch nicht viel in Mannheim, bevor ich hierher gezogen bin. Deswegen war es wie so eine Wundertüte: Ich wusste nicht, ob es mir gefällt. In den jetzt zwei Jahren bin ich richtig gut angekommen und fühle mich sehr wohl, finde die Stadt an sich auch ganz cool und bin auf jeden Fall froh, damals hierher gezogen zu sein.
Lina Kaluza
Was hat dir beim Ankommen geholfen? Gibt es Sport oder Freizeitaktivitäten, über die du in Mannheim Anschluss gefunden?
Laura Kuch
Ja, ich habe direkt am Anfang nach einem Tennisverein gesucht und mich dann auch für einen entschieden. Es gibt eine große Auswahl an Vereinen in Mannheim. Und auch da war es wieder eine Überraschung, ob alles passt, aber ich bin dem Ganzen treu geblieben, noch immer Mitglied und spiele gerne Tennis.
Lina Kaluza
Du kommst ursprünglich aus dem Süden von Deutschland. Was macht die Lage von Mannheim besonders attraktiv für dich?
Laura Kuch
Im Studium war ich in NRW und bin dann auch immer mit dem Zug über Mannheim gefahren. Deswegen weiß ich, dass die Anbindung hier auch sehr, sehr gut ist. Aber auch so hat sich Mannheim ein bisschen als Dreh- und Angelpunkt herausgestellt. Egal, in welche Richtung ich jetzt fahre, von meinem bisherigen Werdegang hat es immer ganz gut in die Mitte gepasst. Und ich wohne jetzt wieder näher an der alten Heimat und bin schneller dort, das ist schön.
Lina Kaluza
Wenn wir von guter Anbindung sprechen, gibt es auch um Mannheim herum Orte, zu denen du besonders gerne fährst?
Laura Kuch
Ja, man ist sehr schnell in der Pfalz, die hat mich tatsächlich überrascht und gefällt mir sehr gut. Man fährt nicht lange und ist gefühlt in einer ganz anderen Welt. Es gibt dort sehr viele Angebote, von Weinfesten bis zur Natur. Mannheim ist also auch der richtige Ort, wenn man einen Kontrast zur Stadt braucht in unmittelbarer Nähe.
Lina Kaluza
Du bist Junior-Bauleiterin. Wie bist du auf den Beruf gekommen und was hast du dafür studiert?
Ich habe Wirtschaftsingenieurwesen mit Fachrichtung Bauingenieurwesen studiert. Der Schwerpunkt liegt dabei auf jeden Fall eher auf dem Bauingenieurwesen, deswegen lag die Entscheidung nicht ganz so fern. Nach meinem Master habe ich bei Diringer & Scheidel ein Trainee gemacht und bin dadurch in die Bauleitung gekommen und auch gerne dortgeblieben.
Vor unserem Gespräch im Baucontainer nimmt Laura uns mit durch die fertigen Wohnungen. Dabei wird schnell deutlich, worum es beim Bauen im Bestand geht: Bestehende Strukturen und Materialien möglichst zu erhalten, Ressourcen zu schonen und gleichzeitig modernen Wohnraum zu schaffen. Genau dieser Ansatz verfolgt Diringer & Scheidel mit diesem Projekt und prägt so das neue Quartier für die Region.
Lina Kaluza
Von außen betrachtet habe ich keine richtige Vorstellung davon, wie der Alltag einer Bauleiterin aussieht. Kannst du uns einen Einblick geben?
Laura Kuch
Das ist eine sehr gute Frage. Es gibt tatsächlich überhaupt keinen typischen Tag. Natürlich ist es phasenweise so, dass sich Dinge ähneln, aber jeder Tag ist sehr unterschiedlich und man weiß selber nicht so richtig, was auf einen zukommt. Es ist auf jeden Fall spannend und abwechslungsreich und macht mir viel Spaß.
Lina Kaluza
Und was gehört zu den Kernaufgaben einer Bauleiterin?
Laura Kuch
Es gibt immer dieses Dreieck aus Kosten, Qualität und Terminen. Man überwacht im Prinzip die Gewerke vor Ort und prüft, ob sie tatsächlich auch nach der Planung ausführen. Man koordiniert die Termine, kontrolliert die Kosten und behält die Qualität im Auge. Das sind die Dinge, die sich immer wiederholen. Aber die Gewerke und die Menschen vor Ort unterscheiden sich und dadurch ist auch der tatsächliche Arbeitsinhalt immer wieder anders.
Lina Kaluza
Das heißt, du bist vor Ort, hast die Baustelle im Blick und beaufsichtigst, dass alles nach Plan läuft. Was ist, wenn mal etwas nicht nach Plan läuft?
Dann muss man kurzfristig reagieren. Das ist das Spannende, dass man jeden Tag mit neuen Herausforderungen konfrontiert wird, für die man eine Lösung finden darf und das macht tatsächlich auch sehr viel Spaß.
Lina Kaluza
Wenn wir jetzt von deinem Arbeitgeber sprechen: Was hat dich dazu bewegt bei Diringer & Scheidel anzufangen?
Laura Kuch
Die Firma ist lokal sehr, sehr stark vertreten. Auch wenn man durch Mannheim läuft, sieht man sehr viele Baustellen von Diringer & Scheidel, das ist schon echt cool. Wenn man hier arbeitet, merkt man wie groß das Netzwerk von D&S eigentlich ist. Die Leute in der Baubranche kennen die Firma eigentlich alle. Dass D&S so etabliert ist, war auch für mich ein großer Anreiz.
Lina Kaluza
Und auf Diringer & Scheidel bezogen: Gibt es aus Arbeitnehmer*innen-Sicht etwas, bei dem du sagst, das ist wirklich besonders und sorgt dafür, dass du dich wohlfühlst?
Laura Kuch
Ich muss sagen, die D&S ist zwar recht groß und gut bekannt, aber trotzdem nicht unpersönlich. Man hat viele Möglichkeiten, mit den Kolleginnen und Kollegen in Kontakt zu kommen. Man sieht sich regelmäßig und es wird auch viel für die Mitarbeitenden gemacht, das schätze ich sehr.
Lina Kaluza
Diringer & Scheidel hat natürlich viele Projekte in Mannheim und in der Region. Liegt dir davon eins besonders am Herzen?
Laura Kuch
Natürlich mein eigenes Projekt hier. Wir sind hier im Patrick-Henry-Village und sanieren die amerikanischen Gebäude, die hier schon lange stehen und es ist natürlich so, dass mir das mit am meisten am Herz liegt. Bauen im Bestand und das Projekt hier sind schon etwas Besonderes. Aber auch wenn man durch die Mannheimer Innenstadt läuft, kommt man nicht drum rum viele große Projekte zu sehen, die wir gebaut haben und die den D&S-Stempel tragen. Das ist für mich auch ein schönes Gefühl, dass ich für ein Unternehmen arbeite, das aktiv das Stadtbild prägt.
Lina Kaluza
Als Bauleiterin hast du vielleicht einen anderen Blick auf die Stadt als Menschen, die wenig mit dem Bauen zu tun haben. Gibt es Besonderheiten in der Stadt oder in ihrer Entwicklung, die dir auffallen?
Laura Kuch
Ich muss sagen, es gibt viele Bereiche in der Stadt, die tatsächlich sehr grün und sehr nah an der Natur sind. Da fühlt man sich gar nicht so städtisch, nicht unbedingt mitten in der Innenstadt. Aber auch dort gibt es viele spannende Situationen. Den Wasserturm kennt man natürlich, aber auch unsere eigenen Projekte, an denen man regelmäßig vorbeiläuft. Insgesamt gibt es schon sehr viel Naturbelassenes in Mannheim.
Lina Kaluza
Du wohnst in Neckarau. Wie würdest du den Stadtteil jemandem beschreiben, der noch nie dort war?
Laura Kuch
Das ist im Prinzip wie eine Stadt in der Stadt. Man hat eine eigene Innenstadt und eine eigene Infrastruktur, ist aber trotzdem wirklich Teil von Mannheim. Man muss nicht besonders weit fahren, um einkaufen zu gehen oder zum Sportverein zu kommen. Eigentlich gibt es alles, was man braucht in Neckarau und man ist trotzdem Teil von Mannheim.
Lina Kaluza
Gibt es dort für dich einen besonderen Ort, an dem du gerne Zeit verbringst?
Laura Kuch
Ja, der Bereich Richtung Rhein. Man ist recht schnell am Rhein und wirklich schnell im Wald- oder Naturgebiet, das ist schon sehr schön.
Lina Kaluza
Bevor du nach Mannheim gezogen bist, hattest du bestimmt auch gewisse Vorstellungen von der Stadt. Gab es etwas, das dich dann überrascht hat?
Die Verbundenheit hat mich schon überrascht. Ich finde, die Mannheimer sind sehr lokal verbunden und vernetzt und auch stolz auf ihre eigene Stadt. Das finde ich echt ganz cool. Das wusste ich vorher nicht so sehr, aber ich finde es schön.
Lina Kaluza
Wenn du Mannheim in drei Begriffen beschreiben müsstest, welche wären das?
Laura Kuch
Kulturell vielfältig, quadratisch und sehr lebenswert.
Herzlichen Dank an Laura und Diringer & Scheidel für ihre Zeit und die Einblicke hinter die Kulissen.